Discussion:
Begehbares Flachdach
(zu alt für eine Antwort)
Andreas Urbanek
2006-10-05 14:10:10 UTC
Hi,

Ein Flachdach mit einer Neigung von 4% soll neu eingedeckt werden.
Ehemals lagen Bitumenbahnen (undicht geworden) auf Holzdielen. Nunmehr
soll das ganze auch noch begehbar werden. Über den Dielen liegt zunächst
OSB. Eigentlich hatte ich vor darauf eine Schicht Hertalan zu legen und
darüber Titanzink in Stehfalzdeckung. Später Bankirai o.ä. auf
unterschiedlich hohen Klötzen, um die Neigung auszugleichen.
Ein Dachdecker empfiehlt mir statt dessen ein Hochpolymer als
wasserführende Schicht. Die Rede war von VAEPLAN. Was ist davon zu
halten? Mir geht es vor allem um die Dauerhaftigkeit des Materials
(Daher ursprünglich der Wunsch nach dem Zinkdach. Hat jemand Erfahrungen
mit VAE-Hochpolymeren auf begehbaren Dächern? Kritik ist hochwillkommen.

/urbi
--
Wenn ist das Nunstuck git und Slotermeyer? Ja!
Beiherhund das Oder die Flipperwaldt gersput!
Thomas Graser
2006-10-06 16:04:09 UTC
zunächst OSB. Eigentlich hatte ich vor darauf eine Schicht Hertalan zu
legen und darüber Titanzink in Stehfalzdeckung. Später Bankirai o.ä.
auf unterschiedlich hohen Klötzen, um die Neigung auszugleichen.
die Fläche unter den Klötzen könnte kritisch werden - Titanzink gammelt
u.U. schnell weg, wenn Dauerfeuchte und fehlende Belüftung im Spiel
sind

Alternative wäre Edelstahl-Eindeckung mit Stehfalz


Thomas
Andreas Urbanek
2006-10-07 00:10:27 UTC
also schrieb Thomas Graser...
Post by Thomas Graser
die Fläche unter den Klötzen könnte kritisch werden - Titanzink
gammelt u.U. schnell weg, wenn Dauerfeuchte und fehlende Belüftung
im Spiel sind
Daher sollten die Klötze eine Auflage aus Neopren oder besser etwas
Elastischem, das zudem porös und durchlässig ist, bekommen. Trotzdem
hast Du natürlich recht, eine Schwachstelle sind Auflagen auf Zink
immer.
Post by Thomas Graser
Alternative wäre Edelstahl-Eindeckung mit Stehfalz
Das war mein ursprünglicher Gedanke (leider unerschwinglich).

/urbi
--
Fettflecken werden wie neu, wenn man sie täglich mit ein wenig Butter
einreibt.
Wolfgang Thiessen
2006-10-09 21:51:33 UTC
Post by Andreas Urbanek
Post by Thomas Graser
Alternative wäre Edelstahl-Eindeckung mit Stehfalz
Das war mein ursprünglicher Gedanke (leider unerschwinglich).
Sicher? Es kommt sicherlich auf die Ansprüche und die Alternativen an.
Wir haben das vor rd. 10 Jahren 'mal so geplant, schien damals bei einem
unregelmäßig gewölbten und teilweise praktisch gefällelosen Dach die
einzig dauerhafte Lösung zu sein - und der Bauherr hat gezahlt, weil er
das Dach wollte. Den Preis müsste ich recherchieren.

Die Auflagerungen aufgesetzter Gitterroste haben wir über Klemmungen am
Stehfalz fixiert. Hält schadlos seit mittlerweile 8 Jahren.

Die von den anderen Postern genannte Undichtigkeit der Falze tritt bei
einem örtlich gemachten Maschinenfalz nicht auf, der ist völlig
wasserdicht, allerdings nur Edelstahlblech.

Wolfgang
Andreas Urbanek
2006-10-11 21:20:53 UTC
also schrieb Wolfgang Thiessen...
Post by Wolfgang Thiessen
Post by Andreas Urbanek
Post by Thomas Graser
Edelstahl-Eindeckung mit Stehfalz
Das war mein ursprünglicher Gedanke (leider unerschwinglich).
Sicher?
So ziemlich :\
Hatte ein Angebot für die Zinkeindeckung und wollte von einem Dachdecker
hier vor Ort noch mal ein Gegenangebot einholen. Der meinte, der Preis,
den ich da habe, sei nicht soo schlecht. Bei seinem einstigen (sehr
guten) Lehrbetrieb kost das sicher das Doppelte. Die könnten es
allerdings auch in Edelstahl ausführen (nicht Stehfalz sondern
geschweisst - haben dafür spezielles Gerät zum Blechschweissen vor Ort)
ist dann aber nochmals deutlich teurer. Ich werd das spassenshalber mal
anfragen, wird aber ganz sicher vorerst unerschwinglich bleiben.
Vielleicht später mal. Vorerst ist also Kunststoff angesagt - daher die
Frage, ob VAEPLAN was taugt. Alternativ wäre auch Hertalan (EPDM)
denkbar, damit hat zumindest ein Bekannter seit ca. 11 Jahren keine
Probleme auf seinem Flachdach.

/urbi
--
Wo der Mensch im Mittelpunkt steht,
ist für die meisten Leute kein Platz.

Johannes Gross
Wolfgang Thiessen
2006-10-11 22:39:17 UTC
Post by Andreas Urbanek
Post by Wolfgang Thiessen
Post by Andreas Urbanek
Post by Thomas Graser
Edelstahl-Eindeckung mit Stehfalz
Das war mein ursprünglicher Gedanke (leider unerschwinglich).
Sicher?
So ziemlich :\
Hatte ein Angebot für die Zinkeindeckung und wollte von einem Dachdecker
hier vor Ort noch mal ein Gegenangebot einholen. Der meinte, der Preis,
den ich da habe, sei nicht soo schlecht. Bei seinem einstigen (sehr
guten) Lehrbetrieb kost das sicher das Doppelte. Die könnten es
allerdings auch in Edelstahl ausführen (nicht Stehfalz sondern
geschweisst - haben dafür spezielles Gerät zum Blechschweissen vor Ort)
ist dann aber nochmals deutlich teurer.
Ich habe inzwischen in den alten Unterlagen nachgeschaut, auch bei uns
war der Stehfalz von der selben Maschine im selben Arbeitsgang nach dem
Falzen verschweisst worden.

Und im Verhältnis zu "normalen" Flachdächern war's auch damals schon
unglaublich teuer, aber der Bauherr wollte größtmögliche Sicherheit.

Wolfgang
Robert Pflüger
2006-10-12 17:19:06 UTC
HAllo,
Post by Wolfgang Thiessen
...
Ich habe inzwischen in den alten Unterlagen nachgeschaut, auch bei uns
war der Stehfalz von der selben Maschine im selben Arbeitsgang nach dem
Falzen verschweisst worden.
rollnahtverschweißtes Edelstahlblech, 0,4 mm oder 0,5 mm
Post by Wolfgang Thiessen
Und im Verhältnis zu "normalen" Flachdächern war's auch damals schon
unglaublich teuer, aber der Bauherr wollte größtmögliche Sicherheit.
für die Abdichtung ca. das zwei- bis dreifache einer "klassischen"
Abdichtung (Polymerbitumenschweißbahn oder einlagige Kunststoffbahn)

Wie immer, so kommt es auch hier auf das Detail an. Welche Anschlüsse
ect hat man auf welchem Untergrund zu machen und mit welchem Material
kann man das am "schönsten" lösen. Bei Neubauten kann man auf ein
bestimmtes Dachabdichtungsmaterial hin optimieren, bei Sanierungen kann
man das optimalste Dachabdichtungsmaterial verwenden - das muß nicht
immer das langlebigste und teuerste sein.

mfg

Robert

Udo Forstmann
2006-10-09 08:36:06 UTC
Post by Andreas Urbanek
Hi,
Ein Flachdach mit einer Neigung von 4% soll neu eingedeckt werden.
Das ist definitiv zu wenig für Neigung Blech. Rheinzinmk empfiehlt > 7°,
das sind ca. 12%, und dann ist immer noch aufwendige Hinterlüftung
notwendig. Blech ist nicht für Flachdächer geeignet, sondern für
flachgeneigte Steildächer, es ist nicht wasserdicht. Ich selbst würde Blech
erst ab ca. 10° einsetzen.

Welche Flachdachabdichtung die richtige ist, ist Glaubensfrage - Bitumen
oder Kunststoff. Wichtiger als das Material der Bahne iat die Verarbeitung
und bei Nutzung der Aufbau der oberen Schichten.

Grüße,
Udo
Walter
2006-10-09 09:23:57 UTC
Post by Andreas Urbanek
Ein Flachdach mit einer Neigung von 4% soll neu eingedeckt werden.
darüber Titanzink in Stehfalzdeckung.
Wenn mich meine Gehirnzellen nicht im Stich lassen ist 4% zu flach für
ein Stehfalzblechdach. Aber bauen willst es ja du, nicht ich, also
musst du das auch prüfen :-)

M.E. bleiben nur die Varianten der klassichen Flachdachdeckung, von
denen die Hersteller seit Anbeginn des Flachdaches und wohl auch in
alle Ewigkeit behaupten dass sie die Technik nunmehr im Griff haben und
die Dinger dicht bleiben. Und die trotzdem saniert und saniert werden.

Nichts davon ist übrigens punktbelastbar. Für deine Dachterrasse
würde ich eine freitragende Konstruktion mit wenigen Auflagerpunkten
und Dachdurchdringungen auf tragenden Wänden in Betracht ziehen.


Walter