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Ja, Pläne gibt es. Muss ich aber erst suchen.
Die wurden im 18. Jhd. aktiv von den österr. Kaisern dort angesiedelt.
Es gab insgesamt 3 grosse "Schwaben-Züge". Oben in DE/AT lief es nicht
besonders(Hungersnöte, schwierige wirtschaftliche Bedingungen), und so
fanden sich viele die gehen wollten. Die Auswander-Willigen bekamen,
Land, ein Haus, Werkzeuge und was man sonst noch so alles braucht für
einen Neustart, packen ihr Zeug auf ein Floss und fuhren die Donau
runter. Um 1850 waren ca. 500.000 Deutsche da unten.
Das Land um Temesvar war grösstenteils unbesiedelt. Man stampfte neue
Dörfer und Infrastruktur aus dem Boden und brachte Siedler rein. Es war
im Prinzip eine deutsche Enklave zwischen Ungarn und Rumänien.
Als am Ende des 2. Weltkrieges die Russen kamen, flohen viele zurück
nach Österreich/Deutschland. Mein Grossvater erzählte, die Wehrmacht
sprach damals von einer kurzfristigen Frontbegradidung, und sie könnten
nach ein paar Wochen wieder nach Hause. Anscheinend glaubten damals noch
viele in der normalen Bevölkerung an den Endsieg. Ein Teil ging dann
nach dem Krieg weiter nach Amerika, da sie in AT/DE auch nicht mehr
wirklich daheim waren bzw. nichts hatten, ausserdem waren sie nicht
überall willkommen(die Salzburger liesen sie zb nicht rein).
Der kleine Rest der unten blieb, verkleinerte sich nochmal nach dem
Mauerfall. Wir trafen ein paar alte Weiberl, die uns die Kirche zeigten.
Die reden ein ganz eigenartiges, altes Deutsch. Die sind auch sehr
dankbar, wenn man ihnen Lebensmittel mitbringt, Pensionisten in Rumänien
habens nicht leicht.
Heute sind die deutschen Orts- und Städtenamen rumänisiert, die Dörfer
sind aber noch sehr original. Auch z.t. die Städte, in der Altstadt in
Temesvar oder Hermannstadt fühlt man sich wie in einer x-beliebigen
Monarchiestadt in Österreich. Ich denke, wenns mit der Region
bergaufgeht, wird davon nicht mehr viel übrgbleiben, und diese Dörfer
werden erstetzt durch EFH-Siedlungen wie man sie sont auch überall sieht.
gruss,
je
Post by Karl-Ludwig DiehlPost by Johannes EyblIch
wusste bis dahin gar nicht, das Temesvar näher bei Wien liegt als
Bregenz. Die gerasterte, am Reissbrett entworfene Siedlungs-Strukturen,
die damals Maria-Theresia und Josef II. angelegt haben, sind in den
Dörfern fast noch 1:1 erhalten.
Sind da Kolonisatoren angesiedelt worden
aus anderen Regionen?
Gibt es Abbildungen der Siedlungsmuster im Netz?
K.L.